Horlacher, K. D. & Rodewald, R. (2002). Subjektive Angemessenheit von Items und die Validität von Persönlichkeitsfragebögen. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 23 (1), 13-27.
Die vorliegende Studie prüft den Einfluss der subjektiv wahrgenommenen
Angemessenheit von Items auf die Validität von Persönlichkeitsfragebögen.
Hierzu lieferten125 Probanden beiderlei Geschlechts außer Selbsteinschätzungen
auf 6 Skalen gebräuchlicher Persönlichkeitsinventare auch eine Angemessenheitsbeurteilung
zu jedem Item in der Form ab, dass sie angeben sollten, inwieweit die Beantwortung
des Item in der Lage sei, etwas über sie als Person zum Ausdruck zu bringen.
Die Validierung erfolgte anhand globaler Fremdeinschätzungen. Dabei führte
die ausschließliche Berücksichtigung der individuell angemessenen
Items („idiographisches“ Vorgehen) zu keinen Validitätsveränderungen
gegenüber den Originalskalen, wohingegen es anhand der durchschnittlichen
Angemessenheit als Itemselektionskriterium („nomothetisches“ Vorgehen)
möglich war, Skalen ohne Validitätsverlust auf ein Viertel ihrer
Originallänge zu kürzen. Implikationen für die Validitätssteigerung
von Persönlichkeitstests werden diskutiert.